Herbstanfang 2026
Der astronomische Herbst beginnt 2026 am Mittwoch, 23. September, um 02:05 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit. In diesem Augenblick steht die Sonne senkrecht über dem Äquator und wechselt auf die Südhalbkugel, wo zur selben Minute der Frühling anfängt. Wer nach dem Wetter geht, ist schon drei Wochen weiter: Meteorologisch ist seit dem 1. September Herbst.
Drei Herbstanfänge: astronomisch, meteorologisch, phänologisch
Der astronomische Termin folgt der Tagundnachtgleiche und fällt in Deutschland auf den 22. oder 23. September. Er ist der Herbstanfang, der in Kalendern steht.
Der Deutsche Wetterdienst rechnet dagegen in ganzen Monaten. Der meteorologische Herbst umfasst September, Oktober und November, weil sich Messdaten so international besser zusammenfassen und vergleichen lassen. Ein Herbst, der mal am 22. und mal am 23. September beginnt, würde jede Monatsstatistik zerschneiden.
Der dritte Herbst richtet sich nach den Pflanzen. In der Phänologie beginnt der Frühherbst mit der Reife des Schwarzen Holunders. 2026 war das nach Angaben des DWD am 18. August, drei Tage früher als im vieljährigen Mittel. Der Vollherbst folgt, wenn Rosskastanie und Stiel-Eiche ihre ersten reifen Früchte abwerfen, statistisch um den 17. September. Den Spätherbst zeigt die Laubverfärbung der Stiel-Eiche an. Diesen Herbst kann niemand vorab datieren. Er hängt vom Wetter des Jahres ab und beginnt nicht überall gleichzeitig.
Warum der Termin zwischen 22. und 23. September wechselt
Ein Kalenderjahr hat 365 Tage. Von einer Tagundnachtgleiche zur nächsten braucht die Erde aber rund 365 Tage und knapp 6 Stunden, genauer 365,2422 Tage. Der Herbstanfang rutscht deshalb jedes Jahr um knapp sechs Stunden nach hinten, bis der Schalttag im Februar ihn um einen ganzen Tag zurückholt.
An den kommenden Jahren lässt sich das ablesen. 2026 beginnt der Herbst um 02:05 Uhr, 2027 um 08:02 Uhr, beide Male am 23. September. 2028 ist Schaltjahr: Der Termin fällt zurück auf den 22. September, 13:45 Uhr. 2029 folgt 19:38 Uhr. 2030 ist die Verschiebung wieder so groß, dass der Herbstanfang über Mitternacht auf den 23. September springt.
Vorsicht bei Angaben in Weltzeit: 2030 und 2034
Astronomische Tabellen wie die des US Naval Observatory geben die Tagundnachtgleiche in koordinierter Weltzeit (UTC) an. In Deutschland gilt im September die mitteleuropäische Sommerzeit, und die liegt laut Physikalisch-Technischer Bundesanstalt zwei Stunden vor UTC.
Meist verschiebt das nur die Uhrzeit. Zweimal im kommenden Jahrzehnt verschiebt es auch das Datum:
| Jahr | Weltzeit (UTC) | Deutsche Zeit (MESZ) |
|---|---|---|
| 2030 | 22.09., 23:27 Uhr | 23.09., 01:27 Uhr |
| 2034 | 22.09., 22:39 Uhr | 23.09., 00:39 Uhr |
Wer den Termin ungeprüft aus einer UTC-Liste übernimmt, landet für diese beiden Jahre beim 22. September. Der Fehler findet sich in manchen Online-Kalendern. In Deutschland beginnt der Herbst dann erst in der Nacht zum 23.
Tag und Nacht sind noch nicht gleich lang
Der Name Tagundnachtgleiche verspricht zwölf Stunden Licht. Tatsächlich ist der Tag am Herbstanfang noch spürbar länger. In München geht die Sonne am 23. September 2026 um 07:02 Uhr auf und um 19:10 Uhr unter: 12 Stunden und 8 Minuten.
Zwei Effekte verlängern den Tag. Die Atmosphäre bricht das Licht und hebt die Sonne optisch an, sie ist also schon zu sehen, wenn sie geometrisch noch unter dem Horizont steht. Außerdem gilt die Sonne als aufgegangen, sobald ihr oberer Rand den Horizont überschreitet, nicht erst ihr Mittelpunkt. Zusammen macht das in München rund acht Minuten aus.
Gleich lang sind Tag und Nacht erst zwei bis drei Tage später. In Hamburg liegen am 25. September zwischen Sonnenaufgang (07:11 Uhr) und Sonnenuntergang (19:11 Uhr) genau zwölf Stunden. In München sind es am 25. noch 12 Stunden und 2 Minuten, am 26. dann 11 Stunden und 57 Minuten. Im Frühjahr läuft es umgekehrt: Der Zwölf-Stunden-Tag kommt dort vor der Tagundnachtgleiche, in Hamburg 2026 schon am 17. und 18. März statt am 20.
Die Tage werden jetzt am schnellsten kürzer
Um die Tagundnachtgleiche ändert sich die Tageslänge schneller als zu jeder anderen Zeit im Jahr. Zwischen dem 16. und dem 28. September 2026 schrumpft der Tag in Hamburg von 12 Stunden 39 Minuten auf 11 Stunden 48 Minuten, das sind gut vier Minuten jeden Tag. In München, rund 600 Kilometer weiter südlich, geht es langsamer: vom 17. bis 27. September von 12 Stunden 29 auf 11 Stunden 54 Minuten, dreieinhalb Minuten täglich.
Einen Monat später folgt der zweite Einschnitt, diesmal von Menschenhand. In der Nacht zum 25. Oktober 2026 endet mit der Zeitumstellung die Sommerzeit, und nach der Uhr geht die Sonne ab dann eine Stunde früher unter.
Ein gesetzlicher Feiertag ist der Herbstanfang nicht. Der erste Feiertag des astronomischen Herbstes ist der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober. 2026 folgt einen Tag später, am ersten Sonntag im Oktober, das Erntedankfest.
Herbstanfang - Termine
| Jahr | Datum | Wochentag | Uhrzeit |
|---|---|---|---|
| 2026 | 23. September 2026 | Mittwoch | 02:05 MESZ |
| 2027 | 23. September 2027 | Donnerstag | 08:02 MESZ |
| 2028 | 22. September 2028 | Freitag | 13:45 MESZ |
| 2029 | 22. September 2029 | Samstag | 19:38 MESZ |
| 2030 | 23. September 2030 | Montag | 01:27 MESZ |